2. Höhefelder Teilgrenzwanderung
Am 11. April 2026 fand - erneut bei strahlendem Sonnenschein - der zweite Teil der Höhefelder Grenzwanderung statt. Die Teilnehmenden erlebten nicht nur eine abwechslungsreiche Landsschaft, sondern erhielten auch viele interessante historische und naturkundliche Einblicke entlang der Gemarkungsgrenzen.
Die erste Station führte in den Bereich der Klinge. Hier lief in früheren Zeiten das Abwasser aus Höhefeld ab. Für die Kinder boten die vorhandenen Rohre einst willkommende Möglichkeiten zum Schlittenfahren und zum Verstecken.
Im rückwärtigen Bereich befand sich ein ehemaliger Steinbruch, der später als Müllabladeplatz genutzt wurde. Diese Nutzung endete mit der Eingemeindung zur Stadt Wertheim.
An der Gemarkungsgrenze zwischen Gamburg und Höhefeld befand sich im weiteren Verlauf eine Zebu-Rinderherde. Zebu-Rinder sind im Taubertal weit verbreitet und werden vor allem zur Fleischgewinnung sowie zur Landschaftspflege eingesetzt. Über die Weide ging der Weg weiter in Richtung des nächsten markanten Punktes: ein Dreierstein, der die Gemarkungen Gamburg, Niklashausen und Höhefeld markiert.
Entlang dieses Bereichs verläuft das sogenannte Pfarrwechle, ein historischer Weg, den früher die Konfirmanden von Niklashausen und Höhefeld nutzten, um zum Konfirmandenunterricht und zur Kirche zu gelangen. Einige der damaligen Jugendlichen haben ihre Initialien in Steine gemeißelt, die teilweise noch heute erkennbar sind und ein eindrucksvolles Zeugnis vergangener Zeit darstellen.
Im Gewann Heiligenholz erfuhren die Teilnehmenden von den sogenannten "Kindergartenbäumen", die im Rahmen einer Initiative von Hugo Kuhn gepflanzt wurden. Ziel war es, den Kindern die Natur näherzubringen. Am Heiligenholz befinden sich 22 Bäume, weitere 28 Bäume stehen im Gewann Steinigt. Zudem wurden am Heiligenholz die "Bäume des Jahres" der Jahre 2009 bis 2015 gepflanzt und ergänzt wird der Bereich durch einen Gedenkstein zur Waldflurbereinigung.
Die nächste Station lag an der Grenze der Gemarkungen Niklashausen, Böttigheim und Höhefeld, die zugleich eine badisch-bayerische Landesgrenze darstellt. Hier gab Roland Fiederling einen tieferen Einglick in das Wesen der "Siebener" - die Feldgeschworenen in Franken, das eine bis heute bestehende bayerische (und in wenigen weiteren deutschen Gebieten) Besonderheit ist. Feldgeschworene sind ehrenamtlich tätig, unterstützen beim Vermessen, Setzen und Pflegen von Grenzsteinen und haben ihren Ursprung bereits im 13. Jahrhundert. Früher fungierten sie zudem als Richter bei Grundstücksstreitigkeiten.
Die letzte Station war schließlich das Gewann Rückertsberg - hier wurde die Wandergruppe mit Kaffee, Kuchen und Kaltgetränken versorgt.
Aufgrund des fortgeschrittenen Zeitplans konnte der Grenzverlauf nicht mehr vollständig abgewandert werden und die Teilnehmenden traten nach der Pause den Heimmarsch an - wartete doch schließlich ein gemütliches gemeinsames Beisammensein im Gasthaus Zum Goldenen Adler auf alle!
Auch in diesem Jahr geht ein großer Dank an die Wanderführer Holger Heid, Roland Fiederling und Jürgen Merz, die erneut mit sehr interessanten Fakten aufwarten konnten und den Ausflug zu einer tollen Veranstaltung für Groß und Klein gemacht haben.
Daniela Väth
Bilder: Christian Stemmler, Astrid Kippes
